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Bürgermeister Konrad Birkholz:
"Altstadt Spandau ist das Aushängeschild des Bezirks"
Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU) ist ein Fan der Spandauer Altstadt und sieht in Zukunft noch viel Potential in der Vermarktung der historischen Altstadt, vor allem auch im Tourismus:
"Die Altstadt ist ein gutes touristisches Produkt für Tagesbesucher. Shopping vor einer historischen Kulisse, verbunden mit Interessanten Informationen sind ein Mix, der sicherlich viele Besucher begeistern kann", so Birkholz im Interview mit altstadt-spandau.de.

Sehen Sie Möglichkeiten, wie die Bezirkspolitik, insbesondere die BVV und andere Bezirksorgane, positiv auf die Entwicklung der Altstadt Einfluss nehmen können ? Wenn ja, welche ?

Die Altstadt ist nach wie vor das Hauptzentrum des Bezirks. Jeder, der sich in Spandau kommunalpolitisch engagiert, hat sie daher fest im Blick. Sie ist ein Pfund, mit dem Spandau insgesamt wuchern kann.
Wir unterstützen die Anliegen, die von den Organisationen, die sich um die Altstadt kümmern, an uns herangetragen werden. Das Problem der Bezirkspolitiker ist, dass es z.Z. keinen finanziellen Spielraum gibt, mit dem die Altstadt aus öffentlichen Kassen stimuliert werden könnte.
Die Politik kann nur die Rahmenbedingungen beeinflussen, z.B. mehr Menschen/Kunden in die Altstadt bringen, was wir u.a. durch Stadtbüchereizentrale, Volkshochschule, diverse Großveranstaltungen, Veränderung der Parkraumbewirtschaftungszeiten usw. getan haben.

Welchen Stellenwert räumen Sie dem Tourismus für Spandau und insbesondere für die historische Altstadt ein ? Denken Sie, dass der Tourismus in Zukunft noch stärker gefördert werden kann und sollte ?

Die Altstadt ist ein Unikat in Berlin und hat ausserhalb Spandaus ein gutes Image. Sie ist für viele Besucher interessant und "Erstbesucher" sind immer wieder positiv überrascht. Daher hat der Tourismus viele Potentiale, die noch lange nicht ausgeschöpft sind. Touristische Vermarktung kostet Geld. Ich setzte auf "Partner für Spandau", die ein Bezirks-Marketing aufbauen wollen und unterstütze die Aktivitäten von HOGA Pro Spandau, dem Föderverein der Spandauer Gastronomie, der dabei ist, ein Tourismuskonzept aufzubauen.
Dazu gehört für mich auch das Stichwort Wassertourismus.


Welche Konzepte gegen den zunehmenden Leerstand von Geschäften in der Altstadt würden Sie persönlich als erfolgreich sehen ?

Der Leerstand in der Altstadt liegt z.Zt. bei rund 10 % und ist damit eher geringer als an vergleichbaren Einzelhandelsstandorten Berlins. Es ist natürlich ein Problem. Ich habe den Eindruck, dass die Vermieter in der Mietpreisgestaltung flexibler sein und besser miteinander kooperieren müssten. Jeder schaut aber nur auf seine eigene Immobilie und lässt sich nicht in die Karten schauen.
Der Wirtschaftshof und die Bezirke führen z.Z. Gespräche mit einzelnen Vermietern, um ein Konzept zu entwickeln, wie beispielsweise mit "Schnuppermieten" (Betriebskosten für einen Zeitraum von 6-12 Monaten) interessante Einzelhändler bewogen werden können, sich in der Altstadt anzusiedeln.

Sehen Sie eine Chance darin, die Altstadt noch stärker und gezielter als einzige historische Altstadt in Berlin zu vermarkten und dadurch zusätzliches Besucherpotential zu gewinnen ?

Die Chance ist da und sie ist eigentlich auch recht gross. Die Altstadt ist ein gutes touristisches Produkt für Tagesbesucher. Shopping vor einer historischen Kulisse, verbunden mit interessanten Informationen, sind ein Mix, der sicherlich viele Besucher begeistern kann. Ich untertütze daher die Bemühungen der genannten Organsiationen. Besonders der Weihnachtsmarkt und die Zitadelle haben in Tourismuskreisen einen guten Klang und müssen in Zukunft noch zielgerichteter und professioneller vermarktet werden. Ein erster Schritt könnten Stadtrundfahrten (Berlin mit Spandau) und Führungen sein.

Was schätzen Sie ganz persönlich an der Spandauer Altstadt ?

Ich gehe gerne durch die Altstadt und mag sie in ihrer Gesamtkomposition. Ich mag sie als Veranstaltungsort zahlreicher Feste, ich mag einzelne Geschäfte, bei denen man merkt, dass sich die Inhaber viel Mühe geben. Ich mag Bauten wie die Nikolai-Kirche oder das Gotische Haus und die vielen grünen Nischen bis hin zum Lindenufer. Vor allem aber mag ich die Menschen in der Altstadt, die eine positive,gemütliche Atmosphäre vermitteln.