Sehen
Sie Möglichkeiten, wie die Bezirkspolitik,
insbesondere die BVV und andere Bezirksorgane, positiv
auf die Entwicklung der Altstadt Einfluss nehmen
können ? Wenn ja, welche ?
Die Altstadt ist nach
wie vor das Hauptzentrum des Bezirks. Jeder, der
sich in Spandau kommunalpolitisch engagiert, hat
sie daher fest im Blick. Sie ist ein Pfund, mit
dem Spandau insgesamt wuchern kann.
Wir unterstützen die Anliegen, die von den
Organisationen, die sich um die Altstadt kümmern,
an uns herangetragen werden. Das Problem der Bezirkspolitiker
ist, dass es z.Z. keinen finanziellen Spielraum
gibt, mit dem die Altstadt aus öffentlichen
Kassen stimuliert werden könnte.
Die Politik kann nur die Rahmenbedingungen beeinflussen,
z.B. mehr Menschen/Kunden in die Altstadt bringen,
was wir u.a. durch Stadtbüchereizentrale, Volkshochschule,
diverse Großveranstaltungen, Veränderung
der Parkraumbewirtschaftungszeiten usw. getan haben.
Welchen Stellenwert räumen Sie dem Tourismus
für Spandau und insbesondere für die historische
Altstadt ein ? Denken Sie, dass der Tourismus in
Zukunft noch stärker gefördert werden
kann und sollte ?
Die Altstadt ist ein Unikat in Berlin und hat ausserhalb
Spandaus ein gutes Image. Sie ist für viele
Besucher interessant und "Erstbesucher"
sind immer wieder positiv überrascht. Daher
hat der Tourismus viele Potentiale, die noch lange
nicht ausgeschöpft sind. Touristische Vermarktung
kostet Geld. Ich setzte auf "Partner für
Spandau", die ein Bezirks-Marketing aufbauen
wollen und unterstütze die Aktivitäten
von HOGA Pro Spandau, dem Föderverein der Spandauer
Gastronomie, der dabei ist, ein Tourismuskonzept
aufzubauen.
Dazu gehört für mich auch das Stichwort
Wassertourismus.
|
Welche
Konzepte gegen den zunehmenden Leerstand von Geschäften
in der Altstadt würden Sie persönlich
als erfolgreich sehen ?
Der Leerstand in der Altstadt liegt z.Zt. bei rund
10 % und ist damit eher geringer als an vergleichbaren
Einzelhandelsstandorten Berlins. Es ist natürlich
ein Problem. Ich habe den Eindruck, dass die Vermieter
in der Mietpreisgestaltung flexibler sein und besser
miteinander kooperieren müssten. Jeder schaut
aber nur auf seine eigene Immobilie und lässt
sich nicht in die Karten schauen.
Der Wirtschaftshof und die Bezirke führen z.Z.
Gespräche mit einzelnen Vermietern, um ein
Konzept zu entwickeln, wie beispielsweise mit "Schnuppermieten"
(Betriebskosten für einen Zeitraum von 6-12
Monaten) interessante Einzelhändler bewogen
werden können, sich in der Altstadt anzusiedeln.
Sehen Sie eine Chance darin, die Altstadt
noch stärker und gezielter als einzige historische
Altstadt in Berlin zu vermarkten und dadurch zusätzliches
Besucherpotential zu gewinnen ?
Die Chance ist da und sie ist eigentlich auch recht
gross. Die Altstadt ist ein gutes touristisches
Produkt für Tagesbesucher. Shopping vor einer
historischen Kulisse, verbunden mit interessanten
Informationen, sind ein Mix, der sicherlich viele
Besucher begeistern kann. Ich untertütze daher
die Bemühungen der genannten Organsiationen.
Besonders der Weihnachtsmarkt und die Zitadelle
haben in Tourismuskreisen einen guten Klang und
müssen in Zukunft noch zielgerichteter und
professioneller vermarktet werden. Ein erster Schritt
könnten Stadtrundfahrten (Berlin mit
Spandau) und Führungen sein.
Was schätzen Sie ganz persönlich
an der Spandauer Altstadt ?
Ich gehe gerne durch die Altstadt und mag sie in
ihrer Gesamtkomposition. Ich mag sie als Veranstaltungsort
zahlreicher Feste, ich mag einzelne Geschäfte,
bei denen man merkt, dass sich die Inhaber viel
Mühe geben. Ich mag Bauten wie die Nikolai-Kirche
oder das Gotische Haus und die vielen grünen
Nischen bis hin zum Lindenufer. Vor allem aber mag
ich die Menschen in der Altstadt, die eine positive,gemütliche
Atmosphäre vermitteln. |